Osterhoff, Christina
Lachen verbindet über Unterschiede hinweg
Manche Formen von Lachen entstehen dort, wo Menschen sehr unterschiedlich sind: in Alter, Fähigkeiten, Ausdruck oder Lebenssituation. In inklusiven und generationenübergreifenden Kontexten wird Lachen zu einer gemeinsamen Sprache, die ohne Erklärungen auskommt. Der heutige Countdown-Beitrag stellt Christina Osterhoff vor, die genau diese verbindende Kraft des Lachens erlebbar macht – mitten im Alltag, mitten unter Menschen.
Christina Osterhoff
Christina Osterhoff ist Erzieherin, Klinikclownin und Lachyogalehrerin. Hauptberuflich arbeitet sie in einer Tagesstruktur für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Zusätzlich ist sie regelmäßig als Klinikclownin in Alten- und Behinderteneinrichtungen tätig und gibt Lachyoga-Angebote bei unterschiedlichen Bildungsträgern. Ihre Arbeit ist geprägt von pädagogischer Erfahrung, feiner Wahrnehmung und einer großen Nähe zu den Menschen, denen sie begegnet.
Praxisnah, inklusiv und auf Augenhöhe – Lachen als Begegnungsraum
In Christinas Arbeit verschränken sich Clownerie, Pädagogik und Lachyoga auf sehr natürliche Weise. Besonders sichtbar wird das in inklusiven Projekten, bei denen Kinder und ältere Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen gemeinsam lachen, spielen und sich begegnen. Lachen entsteht hier als gemeinsames Erleben – spielerisch, achtsam und jenseits von Leistungsansprüchen. Christinas Ansatz zeigt, wie Hemmschwellen fallen können, wenn Menschen sich über Bewegung, Spiel und Humor auf Augenhöhe begegnen.
3 Fragen an Christina
Wann oder wo erlebst du in deinem Alltag im Moment am meisten Leichtigkeit?
Leichtigkeit erleben ich immer dann, wenn ich mich auf das Positive im Leben konzentriere,wenn ich dem Guten Aufmerksamkeit schenke. Der Glaube, das alles auch seine gute Seite hat hat mir schon oft in nicht so leichten Zeiten geholfen und hilft mir nach wie vor.
Was hat sich durch das Lachen (oder durch deine Arbeit damit) in deinem Blick auf Menschen oder auf dich selbst verändert?
Das Lachen hat mir mehr Offenheit geschenkt, ich strahle mehr von innen heraus und das ist für meine Mitmenschen spürbar. Das gibt mir einen leichten Zugang und fördert den Kontaktim hohen Maß zu den Menschen, eben auch in meiner Arbeit. In meiner Arbeit ist lachen ein wertvoller Türöffner um in den Kontakt zu kommen. Die meisten Menschen lassen sich schnell anstecken von guter Laune und es holt sie aus einem manchmal tristen Alltag heraus.
Was wünschst du dir für die Welt?
Für die Welt wünsche ich mir das jeder versteht, dass es auch viel Gutes im Leben gibt. Ich wünsche mir eine Welt in der die positiven Dinge hervorgehoben werden, wo Dankbarkeit und Wertschätzung gelebt wird. Eine Welt in der wir achtsam miteinander umgehen und über uns selber lachen können, wenn es mal nicht so rund läuft.
Workshop „Gemeinsam lachen – inklusives Lachyoga mit Jung und Alt“
In ihrem Workshop gibt Christina Osterhoff Einblick in ihre praktische Arbeit mit Lachyoga für Seniorinnen und Senioren sowie in ein inklusives Lachen-Projekt, bei dem regelmäßig Kindergartenkinder und ältere Menschen mit Einschränkungen gemeinsam lachen. Der Workshop verbindet Erfahrungsberichte aus der Praxis mit angeleiteten Lach- und Bewegungsübungen. Die Teilnehmenden erleben, wie Lachyoga generationenübergreifend wirkt, Begegnung ermöglicht und Gemeinschaft entstehen lässt – unabhängig von Alter, Sprache oder Einschränkung. Darüber hinaus erhalten sie Anregungen, wie inklusives Lachyoga in unterschiedlichen Arbeitsfeldern umgesetzt werden kann.
