Joppien, Alexandra

Die Verbindung von Lachen und Lernen

Lachen wirkt unmittelbar und zugleich nachhaltig. Es verändert Stimmung, Haltung und Beziehung. Und es hinterlässt Spuren im Körper und im Gehirn. Der heutige Countdown-Beitrag stellt Alexandra Joppien vor, die genau dieser Wirkung nachgeht und sie in unterschiedliche Lebens- und Arbeitskontexte integriert. Ihr Weg verbindet Fachlichkeit mit Erfahrung, Struktur mit Spiel und Verantwortung mit Leichtigkeit. Lachen ist für sie eine Ressource, die Menschen stärkt – gerade dort, wo es herausfordernd wird.

Alexandra Joppien – Lachen im sozialen und gesundheitlichen Alltag

Alexandra Joppien ist Diplom-Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt Gesundheitshilfe, Berufsschullehrerin für Sozialwesen und Gesundheit und Teamleitung im Sozialdienst eines Krankenhauses. In ihrem beruflichen Alltag begleitet sie Menschen in belastenden Lebenssituationen, im Kontext von Krankheit, Umbruch und Neuorientierung.

Seit 2020 ist Lachyoga ein fester Bestandteil ihres Wirkens. Freiberuflich leitet sie Lachtreffs, Workshops und Ausbildungen für angehende Lachyoga-Leiter*innen in Mittelfranken und Bayern. Als festes Mitglied der Lachschiff-Crew am Ammersee bringt sie Menschen zusammen und schafft Gemeinschaft, Freude und Verbindung.

Ihr Anliegen zieht sich wie ein roter Faden durch all diese Tätigkeiten: Menschen zuhören, sie begleiten, informieren und in Kontakt bringen – mit sich selbst und miteinander.

Ein Werdegang zwischen Pädagogik, Gesundheit und Humor

1968 geboren, verheiratet, Mutter von zwei jugendlichen Kindern, Patchwork-Mutter einer erwachsenen Tochter und begleitet von einem Hund, ist Alexandras Leben ebenso vielfältig wie ihr beruflicher Weg. Früh prägten sie pädagogische und soziale Arbeitsfelder: Viele Jahre unterrichtete sie Psychologie, Pädagogik, Heilpädagogik und Gesundheitslehre bei Kinderpfleger*innen, Altenpfleger*innen und Erzieher*innen.

Schon damals spielte Lachen eine wichtige Rolle. Ein fröhliches Miteinander, Wertschätzung und Respekt waren ihr besonders wichtig. Lachen wirkte im Unterricht spannungsregulierend, öffnete Räume und brachte Nähe – auch im gemeinsamen Lachen über sich selbst.

2015 wechselte Alexandra in den Klinik-Sozialdienst. Auch hier erlebte sie, wie kraftvoll ein Lächeln oder gemeinsames Lachen sein kann: als Türöffner, als vertrauensbildender Moment in ernsten Situationen. Gerade in einem Umfeld, in dem Zeit knapp ist, kann Lachen Verbindung schaffen und Begegnung ermöglichen.

Vom Clown zur Lachyoga-Lehrerin

Einige Zeit beschäftigte sich Alexandra intensiv mit der Arbeit von Klinikclowns und Clowns in Altenheimen. In Clown-Kursen entwickelte sie ihre Figur „Bommel“ – eine Einladung, unbeschwert und mit freundlicher Neugier auf die Welt zu schauen, Fehler willkommen zu heißen und Leichtigkeit zuzulassen.

Die Corona-Zeit bremste vieles aus, machte aber eines noch deutlicher: Die Kraft des Lachens verdient Aufmerksamkeit – gerade in schwierigen Zeiten. 2020 verband Alexandra die Quintessenz ihrer beruflichen und persönlichen Erfahrungen mit Lachyoga und absolvierte die Ausbildung zur Lachyoga-Leiterin. Seit 2023 ist sie Lachyoga-Lehrerin und bildet selbst weitere Leiter*innen aus.

Zahlreiche Weiterbildungen von Kinesiologie über Atemarbeit, Clownerie, Laughter Dance bis hin zu Lachyoga in Kliniken, Unternehmen, mit Senior*innen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen prägen heute ihren integrativen Ansatz.

Gehirn in Bewegung – Lachen als Vernetzungskraft

Alexandra interessiert sich besonders dafür, wie Lachen, Bewegung und Lernen zusammenwirken. Aus ihrer Praxis weiß sie, wie wichtig geistige Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit und Vernetzung sind – unabhängig vom Alter.

Lachen bringt Bewegung ins Nervensystem. Es aktiviert, verbindet und unterstützt die Neuroplastizität des Gehirns. Hier setzt ihre Arbeit an: Sie macht erfahrbar, wie spielerische Übungen, Koordination, Wahrnehmung und Freude neue Verbindungen schaffen können.

3 Fragen an Alexandra

Wann oder wo erlebst du in deinem Alltag im Moment am meisten Leichtigkeit?

- Leichtigkeit erlebe ich in der Natur, wenn ich draußen unterwegs bin, dort die klare Luft einsaugen darf, den Blick in die Weite schicken kann, Zeit habe, Ruhe spüre und Entschleunigung.

- Leichtigkeit erlebe ich, wenn ich ins Land der kindlichen Verspieltheit eintauche, albern sein kann, Quatsch machen kann, loslassen kann. Dann bin ich voller Energie und in meiner Mitte, fühle mich ganz und surfe auf der Welle der inneren Freude.

- Leichtigkeit erlebe ich beim Musikmachen, beim Lachen und Tanzen, bei kurzen liebevollen Begegnungen.

Was hat sich durch das Lachen (oder durch deine Arbeit damit) in deinem Blick auf Menschen oder auf dich selbst verändert?

- Lachyoga ist für mich mehr als eine Methode, es ist über die Jahre für mich eine Haltung geworden. Daher spreche ich auch gerne von Lachtraining. Lachen so unfassbar einfach und gibt den Menschen ihre Selbstwirksamkeit zurück, so auch mir.
Ich starte meistens morgens um 6.00 Uhr mit 10 Minuten Lachyoga und das alleine verändert schon, wie ich in den Tag gehe. Auch während des Tags lache ich immer wieder grundlos, z.B. beim Fahrradfahren, im Auto, beim Kochen, denn ich weiß, dass es mich erdet und gut tut.

- Lachen entschärft so viele Situationen und ich gebe Vielem nicht mehr so eine große Bedeutung wie früher. Ich bin durch Lachyoga noch mehr bei mir angekommen und unendlich dankbar für diesen Weg. Ein Leben ohne Lachyoga erscheint mir mittlerweile völlig unmöglich und unvorstellbar – eine Verbindung in guten und schlechten Zeiten, bis das der Tod uns scheidet. Das Lachen trägt mich, es erdet mich, es schützt mich.

- Ich erkenne in jedem Menschen die Sehnsucht nach Lachen und Verbindung. Und dann ist es völlig egal, wer welchen beruflichen Titel trägt. Im Lachen sind wir wirklich alle gleich. Es ist viel einfacher mit Menschen umzugehen, wenn man ihnen die Tür durch ein Lachen öffnet und äußerst selten erlebe ich Widerstand.

Was wünschst du dir für die Welt?

- Ich wünsche mir, dass wir uns wieder öfter in die Augen schauen, lachen und uns erinnern, dass wir zusammengehören – über Grenzen, Status, Meinungen und Ängste hinweg.

- Ich wünsche mir, dass das Thema Einsamkeit ernst genommen wird und wir Lachyogis das auch als Auftrag für uns sehen, denn Einsamkeit macht krank und Lachyoga ist das einfachste Gegenmittel!

- Ich wünsche mir, dass Pädagogen und Eltern erfahren, welche großartige Bedeutung das Lachen der Kinder hat und dass es nicht unterdrückt und aberzogen wird, sondern als Kraft und Ressource gefördert wird, auch für deren Zukunft.

Optimal vernetzt – lachende Synapsen, lebendiges Gehirn

Beim Lachyoga-Kongress lädt Alexandra Joppien zu einem Workshop ein, der Denken, Bewegung und Lachen miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir unser Gehirn widerstandsfähig, lernfreudig und lebendig halten können.

Mit kurzen theoretischen Impulsen und viel Praxis arbeitet sie mit Elementen aus Lachyoga, Kinesiologie, Gehirnjogging, LifeKinetik und weiteren bewegungsorientierten Methoden. Durch Lachen, Koordination, Wahrnehmung und Bewegung werden verschiedene Gehirnareale miteinander verbunden – spielerisch, kraftvoll und mit spürbarer Energie.

Ein Workshop für alle, die ihr Gehirn aktivieren, ihre Vernetzung stärken und dabei Freude, Leichtigkeit und Gemeinschaft erleben möchten.

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